MARIENLEXIKON

Salvatore Cadana OFM

Von Dinko Aracic – Art. in ML I (1988) 632

Cadana, Salvator OFM, * um 1590 wahrschein­lich in Ceva, + l654 in Chambery (Frankreich), Definitor (1628) und Provinzial (1646-49) der Franziskaner in Turin. In seiner Eigenschaft als Berater des Königshauses Savoyen führte er eine diplomatische Mission am Hof in Portugal durch; auf dem Rückweg 1654 starb er.

Berühmter Prediger und Verfasser von 15 Schriften mit rel. und polit. Inhalten, von denen die bekannteste »Quaresimale« (Reprint bei True World of Books, Delhi 2023) lange Zeit auf dem »Index« stand. Auch wenn »Santuario comune« (engl. Ausgabe, General Books LLC, 2012), »La corte per l’avvento di N. Signore« (it. Reprint 2018) und »I dubbi scritturali« der »obersten Kaiserin des Himmels und der Erde, der Königin aller Engel, der Beherrscherin der Hölle, der Be­schützerin der Sünder und der Mutter Gottes« gewidmet wurden, war sein »Mariale«, erschie­nen in Turin (1639), das einzige Werk mit ma­rian. Inhalt.

„Mariale“: Es repräsentiert eine Sammlung von sieben Predigten zu marian. Festtagen: UE, Geburt, Darstellung, Verkündigung, Heimsu­chung, Sieben Schmerzen und Mariae Himmel­fahrt. Die Mitwirkung Marias beim Heilswerk, ihr Mit­leid, ihre Fürsprache sind die Schwerpunkte in C.s Predigten. Maria ist zu keiner Zeit ohne Gnade gewesen und hat niemals ihre Unschuld verlo­ren (10). Sie ist geboren, um die göttliche All­macht zu verdeutlichen (18), und ihre Schön­heit spiegelt die Schönheit Gottes wider. Der Hl. Geist ist einziger Zeuge ihrer UE (13). Die Beziehung zwischen Christus und Maria geht so weit, dass die Eucharistie von Jesus gestiftet wurde in Angedenken an seine Mutter (56). Al­lein das Gefühl, der Sohn Mariens zu sein, erleich­terte ihm die Leiden und den Tod (82). In den Himmel aufgenommen, ist Maria Fürsprecherin des Menschengeschlechtes (105) und Mutter der Barmherzigkeit (108). Am Tag der Himmel­ fahrt nimmt selbst die Hölle teil an ihrer Ver­herrlichung, und die Verdammten werden nicht gefoltert (110).

Maria ist die Pförtnerin des Paradieses: man erlangt keine Rettung ohne ihre Hilfe (ebd.). Durch ihre Fürsprache befreit sie von der Ver­dammnis und weist den Weg zur Umkehr; sie rettet die Sünder vor dem göttlichen Zorn (38-41). Sie war bereit, die Mutter Gottes zu werden, unter der Bedingung »Fürsprecherin der Sünder» zu sein, (ebd.) Beim jüngsten Ge­richt wird sie als Patronin der Sünder erschei­nen (48), und bei ihr wird jeder Hilfe und Schutz finden (50).

Cadanas Reden sind durchwoben von biblischen und patristischen Zitaten, oberflächlich, voll Glut des Predigers, doch ohne wissenschaftli­che Ausgeglichenheit und theol. wenig präzise.

Literatur: Wadding 208f. und Suppl. Ill 78f. – DThC XIV 1050. — C. Honorato, Historica et chronologica synopsis … Prov. Taurinensis, 1856, 153. — F. Maccono, La parrocchia e il convento francescano di S. Tommaso in Torino, 1931, 146-151. — J. B. Carrol, De Corredemptione BVM, 1950, 204. — V. Castronovo, S. Cadana, In: Dizionario biografico degli Italiani, Bd. 16, 1973. – G. Castagneri, S. Cadana – Scrittore politico e religioso piemontese del 1600, 1976 – F. Barcia, S. Cadana diplomazia e regioni di stato alla corte di Savoia (1597-1654), Torino 1996. – La Corte per l’Avvento di Nostro Signore del Molto Rev. Padre F. S. Cadana di Torino (Reprint, Forgotten Books 2018).   

Literaturergänzung durch D. Aracic (10.12.2023)