MARIENLEXIKON

Marienmünster (Stadt in Ostwestfalen)

Im Kreis Höxter ist 1970 eine neue Stadt gegründet und nach dem ehemaligen Benediktinerkloster „Marienmünster“ benannt worden. Die kleine Stadt gehört zum Erzbistum Paderborn, Dekanat Höxter.
Das Kloster Marienmünster war im frühen 12. Jahrhundert von Graf Widekind I. von Schwalenberg nahe beim Stammsitz Oldenburg gegründet und mit Benediktinern aus Corvey besiedelt worden (1128). Der romanische Bau von 1150 erhielt das Hauptpatrozinium Sankt Marien. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das teilweise zerstörte Kloster wieder aufgebaut. Eine barocke Hallenkirche entstand ab 1661 durch den Anbau an verbliebene romanische bzw. gotische Teile (westliches Schiff); markant erscheint bis heute die Westfassade mit Doppeltürmen sowie der Einzeldachturm mit barocker Haube. Das Kloster wurde 1803 aufgehoben, die Kirche fungiert bis heute als Pfarrkirche „St. Jakobus der Ältere und Christopherus“. Von 1967 bis 2014 lebten Passionisten im Klostergebäude und besorgten die Pfarrseelsorge.
In der ehemaligen Klosterkirche befinden sich einige Mariendarstellungen: Zwei Ölgemälde in den Altaraufbauten, „Anbetung der hl. drei Könige“ und „Anbetung der Hirten“ (1698), eine barocke Marienfigur als oberster Altaraufsatz, ein Verkündigungs-Gemälde von Anton Berning (im Josefs-Altar), eine spätgotische Pietà in barockem Gehäuse, am Südpfeiler des Mittelschiffs, die als Gnadenbild verehrt wird (um 1500, von Mönch Wiggerinck). Bei der ehemaligen Abteikirche liegt die Grotte „Mutter der Heiligen Hoffnung“, die heute eine Pilgerstätte darstellt.

Literatur: Handbuch der Dt. Kunstdenkmäler NRW, II: Westfalen, München/Berlin 2011; Th. Arens, S. Kandula, R. Mensing, Barock im Erzbistum Paderborn, Paderborn 2001, S. 196-203; PDF „Geschichte der Abtei Marienmünster“, unter: www.kulturstiftung-marienmuenster.de abrufbar (Zugriff 2.3.2023).

Autor: Achim Dittrich (7.3.2023).