MARIENLEXIKON

Chiavari

(C. Henze, ML II,40), Städtchen und Bischofssitz (seit 1896) zwischen Genua und La Spezia/Italien, Md dell‘ Orto (vom Garten). Das Gnadenbild wurde nach dem Pestjahr 1493 von B. Borzone in die Nische einer Gartenmauer gemalt; es stellt mit dem Kinde dar: das Kind umfaßt mit dem linken Arm den Hals der Mutter, die seine segnende Rechte stützt. Durch zwei Wundererscheinungen und andere wunderbare Begebenheiten 1609/10 (Prozeßakten) erlangte es Berühmtheit. 1613ff. wurde eine große dreischiffige Kirche (jetzt Kathedrale) errichtet, auf deren Hochaltar man 1634 das Fresko übertrug. Von 1626—1797 waren Unbeschuhte Karmeliter Hüter des Heiligtums. Die Maria dell‘ Orto, 1643 zur Stadtpatronin erklärt, wurde 1769 feierlich gekrönt. Eifriger Förderer des Kultes war der hl. Antonius Maria Gianelli (1789—1846), 1826 Erzpriester von C. und Bischof von Bobbio, Gründer der Schwesterngenossenschaft »Figlie di Maria Santissima dell‘ Orto«, die die Verehrung des Bildes auch in anderen Ländern, namentlich in Südamerika einführte. Pius X. erhob das Heiligtum in den Rang einer Basilica minor.
Lit.: B. Cella, Storia della Maria dell‘ Orto di C., Genua 1613. — G.Vignolo, II Santuario di NS dell‘ Orto in C., Modena 1910. — L. Sanguinetti, Nostra Signora dell‘ Orto, 1933. — Salvini 189-164.