MARIENLEXIKON

Bäumer, Remigius

Der Kirchenhistoriker Remigius Bäumer gehörte zu den beiden Herausgebern des Marienlexikons und hat nach seiner Emeritierung einige spezifisch mariologische Beiträge verfasst.

Prof. Dr. Remigius Bäumer (1918-1998) stammte aus der Diözese Paderborn, wo er 1948 die Priesterweihe empfing. Er wurde 1955 in Bonn bei Prof. Hubert Jedin mit einer kirchenhistorischen Arbeit promoviert und arbeitete nach einem Jahr in Rom (Campo Santo Teutonico) ab 1957 als Hauptschriftleiter des LThK (2. Auflage), wobei er auch viele biographische Artikel für das Standardwerk selbst verfasste. Nach der Habilitation in Freiburg (Breisgau) lehrte er als Professor für mittlere und neuere Kirchengeschichte ab 1968 in Paderborn, von 1974 bis 1987 in Freiburg. Sein Schwerpunkt lag bei der Papst-, Konzilien- und Reformationsgeschichte; er verfasste viele Rezensionen und war auch nach seiner Emeritierung 1987 wissenschaftlich noch aktiv.
Seine mariologisch relevanten Beiträge stammen aus der Zeit ab 1984: Marienfrömmigkeit und Marienwallfahrten im Zeitalter der Katholischen Reform (in: G. Rovira, Der Widerschein des Ewigen Lichts, Kevelaer 1984, S. 169-187) oder als Herausgeber: Heinrich Seuse, Marienlob (ausgewählt und eingeleitet von Remigius Bäumer, Engen 1985). 1989 hatte er das Gründungsrektorat der Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim-Bierbronnen übernommen. Mit Alma von Stockhausen gab er in Weilheim 1995 das Buch „Maria. Mutter der Kirche in Geschichte und Gegenwart“ heraus, wozu er den Beitrag „Maria, Mutter der Kirche, in der Theologie des 16. Jahrhunderts“ beisteuerte (S. 11-37).
Professor Bäumer trat im März 1985 neben Professor Scheffczyk in die Herausgeberschaft des „Marienlexikon“ ein, welches im Auftrag des Institutum Marianum Regensburg von 1988 bis 1994 in sechs Bänden erscheinen konnte. Bäumer verfasste darin den Artikel über Papst Johannes Paul II. (Bd. 3, S. 412 f.) sowie viele andere Artikel über marianisch relevante Päpste sowie Kaiser und historische Gestalten. Er hielt 1994 bei der öffentlichen Vorstellung des finalen Bandes in St. Ottilien den Festvortrag: „Das Marienlexikon und seine Rezeption“ (abgedruckt in: Theologisches 23/25, 1994/95, S. 20-25). Remigius Bäumer engagierte sich sehr für das Marienlexikon. Er verstarb am 26. Dezember 1998 und liegt in Kirchzarten begraben. Autor: Achim Dittrich (3.2.2023)

Literatur: Achim Dittrich, Silbernes Jubiläum des Marienlexikons, in: M. Hauke, Die Mariologie im deutschen Sprachraum (Mariologische Studien XXX), Regensburg 2021, S. 167-173, speziell S. 170 ff.; Hubertus R. Drobner, „Bäumer, Remigius“, in: BBKL 26 (2005) 85-113; Klaus Ganzer, Nachruf auf „Remigius Bäumer (1918-1998)“, in: Historisches Jahrbuch 120 (2000) S. 543 f. Den Verlauf und Abschluss des Marienlexikons schildert R. Bäumer selbst im „Bote von Fatima“ (Jhg. 1994, S. 142 u. 1995, S. 28).
Die Veröffentlichungen von Remigius Bäumer finden sich in der Festschrift „Ecclesia militans. Studien zur Konzilien- und Reformationsgeschichte, hg. v. Walter Brandmüller, Herbert Immenkötter u. Erwin Iserloh (2 Bde.), Paderborn 1988, Bd. 2, S. 715-756; sie finden sich in ergänzter Version bei Drobner (BBKL 26) und online unter: https://www.ub.uni-freiburg.de/recherche/personenportale/remigius-baeumer/ (Zugriff: 3.2.2023).